Feuerleitsysteme und bodengesteuerte Abfangradare

Sarah Simpson

Aktualisiert:

Bodengebundene Feuerleitradare und bodengesteuerte Abfangradare (FC/GCI-Radare) dienen dazu, sowohl das Ziel als auch die Munition oder den Kampfflieger, den sie leiten, präzise abzubilden. Der militärische Einsatz gegen Luftziele erfolgt mit hoher Geschwindigkeit, und Fehlermargen entscheiden über Treffer oder Fehlschuss. Präzision ist von größter Bedeutung, insbesondere angesichts der Tatsache, dass Luftziele vergleichsweise klein sein können und das Ziel umso kleiner erscheint, je weiter es sich in der Flugbahn entfernt befindet.

Bodengebundene FC/GCI-Radare arbeiten in der Regel eng mit anderen Systemen wie der Seeüberwachung oder bodengestützten Luftüberwachungsradaren zusammen. Diese Radare übernehmen die Ersterkennung feindlicher Ziele. Sobald diese identifiziert sind, werden die Ziele an ein FC/GCI-Radar übergeben, um den Einsatz zu steuern.

GCI-Radar & FC-Radar

Feuerleitradar (FC-Radar) und bodengesteuertes Abfangradar (GCI-Radar) haben ähnliche Funktionen.

FC-Radare werden zusammen mit Waffen eingesetzt, um das Feuer präzise auf ein Ziel zu lenken.

GCI-Radare werden vom Luftverteidigungspersonal eingesetzt, um einen Kampfflieger auf sein Luftziel auszurichten.

Beide Radare erfordern ein hohes Maß an Präzision. Dies stellt sicher, dass sie die Munition oder den Kampfflieger mit ihren Zielen zusammenbringen können. Obwohl beide für die Luftverteidigung unverzichtbar sind, können Feuerleitradare auch andere Aufgaben unterstützen. So sind sie beispielsweise ein wesentlicher Bestandteil eines auf einem Kriegsschiff montierten Nahbereichswaffensystems (CIWS). CIWS schützen Schiffe vor Schiffsabwehrraketen. Das CIWS-Radar erfasst die Rakete, sobald sie sich dem Schiff nähert, und richtet die CIWS-Kanone auf das Ziel aus. Das Radar überwacht anschließend die Flugbahn der auf die Rakete abgefeuerten Munition und passt die Position der Kanone kontinuierlich an, um sicherzustellen, dass die Munition ihr Ziel trifft.

Signalfrequenzen und konstruktive Überlegungen

FC/GCI-Radare senden in der Regel Radarsignale mit vergleichsweise kurzen Wellenlängen bei Frequenzen von acht Gigahertz und darüber aus. Diese Signale können Ziele mit der erforderlichen Detailgenauigkeit darstellen. Dies geht jedoch zu Lasten der Reichweite. Je höher die Sendefrequenz eines Radars ist, desto geringer ist die Reichweite des Signals. Dies lässt sich durch eine Erhöhung der Sendeleistung verbessern. Es kommt jedoch ein Punkt, an dem die erforderlichen Leistungspegel für die Konstruktion des Radars unpraktisch werden. Der Grund dafür ist, dass das Radar große Mengen an Strom aus dem Netz verbrauchen müsste oder mit einem großen Generator ausgestattet werden müsste.

Historischer Einsatz von GCI- und Feuerleitradar

FC/GCI-Radare kamen während des Zweiten Weltkriegs in großem Umfang zum Einsatz. Sie halfen dabei, Suchscheinwerfer auf feindliche Flugzeuge zu richten, die Flugabwehrartillerie (AAA) auf Ziele zu lenken und Kampfflugzeugen bei der Ortung feindlicher Flugzeuge zu unterstützen. Bei der Unterstützung der AAA wurden diese Radare als Geschützrichtungsradare bezeichnet. Dieser Begriff wurde nach dem Krieg durch die Bezeichnung Feuerleitradar ersetzt.

Radar wurde für diese Einsätze verwendet, da es vergleichsweise wetterunabhängig war und vor allem auch nachts eingesetzt werden konnte. Dies war auf dem europäischen Kriegsschauplatz ein wichtiger Faktor, da die Kriegsparteien nächtliche Bombenangriffe bevorzugten. Die Optronik steckte während des Konflikts noch in den Kinderschuhen. Schallortungsgeräte, die Flugzeuge anhand ihres Triebwerksgeräusches aufspürten, waren unzuverlässig. Sie funktionierten nur auf vergleichsweise kurze Entfernungen und verfügten nicht über die nötige Präzision, um das Feuer zu lenken. Radar hingegen bot ein bis dahin unvorstellbares Maß an Präzision. Dies war angesichts des Tempos des Luftkampfs besonders wichtig. Radarsignale bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit. Daher bieten sie eine wesentlich schnellere Möglichkeit, Gefechte zu steuern.

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