Störsender für die elektronische Kriegsführung

Sarah Simpson

Aktualisiert:

Störmaßnahmen bilden die Grundlage für den Einsatz im Bereich der elektronischen Angriffsmaßnahmen. Elektronische Angriffsmaßnahmen sind ein Teilbereich der umfassenderen Elektronischen Kriegsführung (EW).

Störtechnologie wurde erstmals während des Zweiten Weltkriegs offensiv eingesetzt, um Radarsysteme und Funkgeräte anzugreifen. Beide Systeme senden Funksignale aus. Radarsysteme tun dies, um Objekte zu erkennen und zu verfolgen, Funkgeräte hingegen, um Sprach- und Datenverkehr zu senden und zu empfangen.

Im einfachsten Fall zielt Störung darauf ab, die Funktionsfähigkeit von Radarsystemen oder Funkgeräten zu beeinträchtigen oder sie sogar gänzlich außer Gefecht zu setzen. Der Störprozess nutzt ebenfalls Funksignale, tut dies jedoch in einer Weise, die diese Systeme angreift.

So funktionieren Störsysteme

Einfach ausgedrückt: Störgeräte setzen künstlich erzeugte Funkstörungen offensiv ein. Ein Beispiel dafür, wie Störung funktioniert, lässt sich beobachten, wenn ein Auto mit eingeschaltetem Radio unter einer Stromleitung hindurchfährt. Der Ton des Radios wird plötzlich durch Störungen übertönt. Dies wird durch die elektromagnetische Strahlung der Stromleitungen verursacht.

Elektronischer Störsender von Allen Vanguard

EQUINOX NG Elektronisches Gegenmaßnahmen-System von Allen Vanguard

Ein Störsignal, auch als Wellenform bezeichnet, wird in Richtung der Antenne eines Radars oder Funkgeräts gesendet. Das Ziel besteht darin, dass die Antenne dieses Signal empfängt. Um dies sicherzustellen, wird das Signal auf einer Frequenz gesendet, die von der Antenne empfangen werden kann und die mit der Frequenz des Signals übereinstimmt, auf das die Störung abzielt: Wenn ein Radar sein Signal auf einer Frequenz von 3,6 Gigahertz (GHz) sendet, muss das Störsignal dieselbe Frequenz aufweisen.

Die erfolgreiche Störung eines Radars oder Funkgeräts hängt jedoch nicht nur von der Frequenz des Störsignals ab. Auch die Signalamplitude ist wichtig. Betrachten wir ein Funkgerät, das Signale mit einer Amplitude von einer bestimmten Wattzahl empfängt. Ist das Störsignal schwächer als die vom Funkgerät empfangenen Signale, bleiben diese ungestört. Das Störsignal wird zwar ebenfalls erfasst, ist jedoch zu schwach, um eine erkennbare Wirkung zu erzielen.

Ist das Störsignal stärker als der vom Funkgerät empfangene Verkehr, wird es diesen „überlagern“. In der elektronischen Kriegsführung ist Störung dann wirksam, wenn das Funkgerät oder Radar empfängt und nicht sendet. Dies liegt daran, dass die eingehenden Funksignale bereits vergleichsweise schwach sind. Dadurch verringert sich die Leistung, die der Störsender benötigt, um wirksam zu sein.

Um zu erklären, wie Störsignale funktionieren, stellen Sie sich einen Soloviolinisten und eine Heavy-Rock-Band auf derselben Bühne vor. Der Soloviolinist beginnt zu spielen, doch seine Musik wird sofort unhörbar, sobald die Rockband einsetzt. Das bedeutet nicht, dass die Musik des Violinisten aufgehört hat, sondern lediglich, dass die Lautstärke der Band den Solisten übertönt.

Taktiken der elektronischen Störung

Die Störtechnologie ist mit der Entwicklung der elektronischen Kriegsführung immer ausgefeilter geworden und umfasst eine Reihe von Taktiken.

Barrage-Störung wird gegen zwei oder mehr Frequenzen eingesetzt. Dies kann nützlich sein, wenn der Angreifer nicht genau weiß, welche Funk- oder Radarfrequenzen sein Gegner nutzt. Dennoch kann er mit hinreichender Sicherheit wissen, welches Frequenzband dieser möglicherweise nutzt.

Spot-Störung wird gegen bestimmte Frequenzen eingesetzt, von denen bekannt ist, dass sie genutzt werden.

Täuschungsstörung – das Aufkommen der Halbleiterelektronik in den 1960er Jahren revolutionierte die Störtechnik. Es ermöglichte die Entwicklung hochentwickelter Digital Radio Frequency Memory (DRFM)-Systeme. Diese sind besonders nützlich für die Störung von Radarsystemen. DRFM-Systeme erkennen ein eingehendes Radarsignal, nehmen dieses Signal auf und verändern es subtil, bevor sie es an das Radar zurücksenden. Dieses neue, aber falsche Signal könnte das Radar verwirren, indem es zwei oder mehr Ziele anzeigt, wo zuvor nur eines war. Es könnte das Ziel so darstellen, als würde es sich schneller oder langsamer bewegen, als es tatsächlich der Fall ist. Diese Taktik ist als Täuschungsstörung bekannt.

Seduction Jamming – Ebenso könnten vom DRFM falsche Signale erzeugt und gesendet werden, um das Radar davon zu überzeugen, dass sich in seinem Sichtfeld ein weitaus markanteres oder attraktiveres Ziel befindet als das ursprünglich erfasste. Diese Taktik wird als „Seduction Jamming“ bezeichnet. Langfristig wird die Einführung von Techniken der künstlichen Intelligenz dazu führen, dass Störmaßnahmen und -techniken immer ausgefeilter werden.

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