Militärische Radome

Sarah Simpson

Aktualisiert:

Militärische Radome finden sich auch an Fahrzeugen, die Radargeräte oder SATCOM-Antennen tragen. So dient beispielsweise die Nase eines Kampfflugzeugs in der Regel gleichzeitig als Radom. Dies schützt das Radargerät und gewährleistet, dass die aerodynamischen Eigenschaften des Flugzeugs erhalten bleiben.

Militärflugzeuge können an anderen Stellen des Rumpfes mit Radomen ausgestattet sein, um luftgestützte Überwachungs- oder Frühwarnradare unterzubringen. Schiffe können SATCOM-Antennen unter Radomen haben. Schiffe zur Erfassung von Signalaufklärung können große Radome auf ihren Aufbauten aufweisen. Diese verbergen Antennen, die zur Erfassung von COMINT oder elektronischer Radaraufklärung dienen. Schließlich können militärische Bodenfahrzeuge SATCOM-Antennen unter kleinen Radomen aufweisen, die an ihren Karosserien angebracht sind.

Zweck & Anwendung

Ein Radom ist eine Abdeckung, die eine Antenne schützt, die zur Übertragung von Funkwellen verwendet wird. In der Regel bedecken Radome Radar- und Satellitenkommunikationsantennen (SATCOM). Sie dienen zwei Zwecken. Erstens schützen sie die Antenne vor Umwelteinflüssen. Während einige Antennen für den längeren Einsatz im Freien ausgelegt sind, reagieren andere empfindlicher auf Witterungseinflüsse. Daher benötigen sie Schutz vor starker Sonneneinstrahlung, Wind, Regen, Staub und Niederschlag.

Radome können zudem dazu beitragen, die Ausrichtung einer Antenne vor Blicken von außen zu verbergen. Eine ungeschützte Antenne kann die Sicherheit von Einrichtungen der Kommunikationsaufklärung (COMINT) gefährden. Diese Einrichtungen verfügen möglicherweise über Antennen, die durch verdecktes Abhören Funksignale von Satelliten empfangen. Alle Funkwellen breiten sich geradlinig aus. Durch die Sicht auf die Ausrichtung der Antenne lässt sich möglicherweise erkennen, auf welchen Satelliten die Antenne gerichtet ist. Dies könnte dazu beitragen, die Identität eines Kommunikationssatelliten aufzudecken, den eine bestimmte Nation abhört. Solche Informationen könnten für einen feindlichen Nachrichtendienst nützlich oder für die Nation, die die COMINT sammelt, politisch peinlich sein. Radome können Menschen zudem vor sich drehenden Antennen am Boden schützen.

Radom-Konstruktion

Aufgrund der Eigenschaften von Funkwellen weisen Radome spezifische Konstruktionen auf, wobei die meisten eine kugelförmige Bauweise aufweisen. Sie bestehen aus Materialien, die es den Wellen ermöglichen, das Radom ungehindert zu durchdringen. Der Bau eines Radoms aus Metall, Beton, Holz oder Ziegeln wäre unpraktisch. Diese Materialien wären zu dick, als dass die Funkwellen sie durchdringen könnten.

Radome verwenden überwiegend starre, luftgestützte oder Rahmenkonstruktionen:

Ein starres Radom verfügt über eine selbsttragende Konstruktion, die keine zusätzliche Verstärkung benötigt, um ihr Gewicht zu tragen.

Ein luftgestütztes Radom kann sein eigenes Gewicht nicht tragen, da es aus einem flexiblen Gewebe besteht. Das Radom behält seine Form durch einen konstanten Innendruck bei, der es aufgeblasen hält. Der Nachteil des luftgestützten Radoms besteht darin, dass es eine konstante Luftzufuhr benötigt, um aufgeblasen zu bleiben. Dies verursacht Energiekosten und erfordert, dass Notsysteme sofort verfügbar sind, falls die Hauptsysteme ausfallen sollten. Der Vorteil des luftgestützten Radoms besteht darin, dass das Material dünn sein kann und den geringsten Widerstand für die Funkwellen bietet.

Rahmenradome bestehen aus einer Reihe dreieckiger Paneele, die so angeordnet sind, dass sie eine Kugelform bilden. Die ineinandergreifenden Paneele sorgen für eine besonders stabile Struktur und kommen in der Regel in Gebieten zum Einsatz, in denen schlechtes Wetter ein Problem darstellt.

Es gibt kein perfektes Radom-Design. Die gewählte Konfiguration hängt von den Eigenschaften der Antenne, der örtlichen Umgebung, baulichen Erwägungen und dem verfügbaren Budget ab.

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