Militärische Kommunikations-Headsets

Sarah Simpson

Aktualisiert:

Angesichts der Unverzichtbarkeit von Funkgeräten für militärische Operationen ist es keine Überraschung, dass Headsets eine unabdingbare Voraussetzung sind. In ihrer grundlegendsten Form ermöglichen Headsets es einem Bediener, sein Funkgerät oder seine Gegensprechanlage weitgehend freihändig zu nutzen. Bei der Simplex- oder Duplex-Sprachkommunikation muss der Bediener möglicherweise weiterhin einen Push-to-Talk-Schalter betätigen. Bei Simplex nutzen das sendende Funkgerät (Tx) und das empfangende Funkgerät (Rx) dieselbe Frequenz. Das bedeutet, dass die beiden Funkgeräte nicht gleichzeitig Daten zwischen sich senden und empfangen können. Duplex ermöglicht es den Tx- und Rx-Funkgeräten, Daten gleichzeitig zu senden und zu empfangen. Einige Militärfunkgeräte sind als Handfunkgeräte konzipiert. Diese können oft an ein Headset angeschlossen werden, wodurch eine weitgehend freihändige Kommunikation gewährleistet ist.

Hörschäden

Kommunikations-Headsets müssen den Realitäten des militärischen Alltags gerecht werden, wobei Umgebungsgeräusche die wichtigste Überlegung darstellen. Flugzeuge, Fahrzeuge und Kriegsschiffe sind allesamt laute Umgebungen. Die Ohrhörer eines Headsets ermöglichen es dem Benutzer, Sprachkommunikation deutlich über Umgebungsgeräusche hinweg zu hören. Dies ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass Befehle oder Lageberichte nicht falsch gehört oder missverstanden werden. Die größtmögliche Ausblendung von Hintergrundgeräuschen hilft dem Benutzer, sich zu konzentrieren. Dies kann auch dazu beitragen, langfristige Hörschäden zu verhindern.

Um eine Vorstellung von der Lautstärke im militärischen Umfeld zu vermitteln: Die Sirene eines Krankenwagens kann einen Schallpegel von 85 Dezibel (dB) erreichen. Eine Granate, die in einer Entfernung von 15 Metern (49 Fuß) explodiert, kann 164 dB erreichen, während schwerer Artilleriefeuer Pegel von 185 dB erzeugt. Das US-Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention gibt an, dass eine längere Exposition gegenüber Lärmpegeln über 70 dB Hörschäden auslösen kann. Geräusche über 120 dB können sofortige Schäden verursachen.

Dennoch müssen einige Soldaten ein gewisses Maß an Umgebungsgeräuschen wahrnehmen können. Truppen im Einsatz an der Front müssen die Befehle ihrer Kommandanten trotz des Lärms hören können. Möglicherweise müssen sie auch Rufe ihrer Kameraden nach medizinischer Hilfe wahrnehmen. Einige Headsets für Fußtruppen sind so konfiguriert, dass die Träger ihre Umgebung ausreichend wahrnehmen können, ohne ihr Gehör zu schädigen. Lärmmanagementsysteme unterstützen dies. Diese nutzen am Headset angebrachte Mikrofone, die die Geräusche der unmittelbaren Umgebung in die Ohrhörer leiten. Die Mikrofone sind mit einem Prozessor verbunden, der Schwellenwerte besitzt, bei denen Geräusche, die eine sichere Grenze überschreiten, durch Dämpfung unschädlich gemacht werden. Der Träger hört weiterhin eine nahegelegene Explosion, die ihn oder seine Kameraden potenziell gefährdet, jedoch in einer sicheren Lautstärke.

Headsets werden über integrierte Mikrofone unterschiedlicher Bauart verfügen. Diese werden in einem separaten Eintrag näher erläutert. Systeme, die von Personal in allen Bereichen eingesetzt werden, müssen zudem robust sein, um den Anforderungen der Umgebung standzuhalten. Geräte, die von Fußtruppen verwendet werden, müssen wasserdicht und stoßfest sein, ebenso wie Headsets, die auf Kriegsschiffen, U-Booten und in Fahrzeugen zum Einsatz kommen.

Zukünftige Entwicklungen

In den letzten Jahren sind alternative Designs wie Kopfhörer mit Knochenleitung auf den Markt gekommen. Diese lassen die Ohren frei, übertragen jedoch Schwingungen über den Schädel, die vom Innenohr wiedergegeben werden. Kopfhörer mit Knochenleitung lassen die Ohren frei, sodass der Benutzer Umgebungsgeräusche an seinem Standort hören kann. Sie bieten jedoch keinen Gehörschutz vor schädlichem Lärm.

Hörschäden sind eine wichtige Erkenntnis aus den Konflikten der letzten 30 Jahre. Allein im Jahr 2016 erhielten über eine Million US-Veteranen eine Invaliditätsrente aufgrund von Hörverlust. Die American Academy of Audiology stellte fest, dass im selben Jahr 1,6 Millionen Veteranen eine Entschädigung für Tinnitus erhielten. Gehörschutz ist für das Leben nach dem Dienst unerlässlich und für das Überleben auf dem Schlachtfeld von entscheidender Bedeutung. Daher ist in Zukunft mit Forschung und Entwicklung im Bereich immer ausgefeilterer militärischer Headsets zu rechnen.

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